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Mithaftung eines Radfahrers nach Sturz aufgrund beschädigter Fahrbahn

Zwar trifft den Verantwortlichen für eine Straße die Verkehrsssicherungspflicht dahingehend, dass er für die Instandhaltung der Straße zu Sorgen hat  und er dort Gefahrenquellen beseitigen muss, befährt allerdings ein Radfahrer nachts einen unbeleuchteten Uferweg am Kanal, der am Straßenrand eine in Fahrtrichtung verlaufende 45 Grad schräge Asphaltkante besitzt und stürzt der Radfahrer hier durch diese nicht ordnungsgemäße Fahrbahndecke, so liegt das Verschulden nicht allein bei dem Betreiber der Straße.

 

Es kommt des Weiteren auf das Mitverschulden des Radfahrers an. Bei Benutzung eines unbeleuchteten Weges  wird vom Benutzer insbesondere bei Dunkelheit  eine erhöhte Aufmerksamkeit und die Beachtung des Sichtfahrgebotes gefordert.

 

Das Sichtfahrgebot erfüllt nur seinene Zweck, wenn der Radfahrer seine vor ihm liegende Fahrstrecke aufmerksam beobachtet.  Ist er von der Umgebung abgelenkt oder erfordert der befahrene Weg seine Aufmerksamkeit, etwa deswegen, weil er erstmals befahren wird, so hat der Radfahrer seine Geschwindigkeit noch weiter zu reduzieren. Der bei Einhaltung der Geschwindkeitg auf Sicht vorausschauende Blick nach vorne ermöglicht dann das Erkennen der Gefahrenquelle auch aus 10 m Entfernung . So urteilte das OLG Hamm unter 29.8.2014 - I-9 U 78/13 und wies die Klage eines Radfahrers unter der Berücksichtigung einer Quote von 50 % ab.

Eintrag vom: 08.09.2015