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Verhalten und Haftung bei Wildunfällen

Bei Behinderung des Straßenverkehrs durch auf die Straße laufendes Wild, z. B. einem Reh oder Wildschwein, hat der Fahrzeugfahrer immer eine Abwägung dahingehend zu treffen, in wie fern sein mögliches Ausweichen eine Gefährdung anderer Straßenverkehrsteilnehmer darstellt.

Die Gefahr des Wildwechsels stellt für jeden Kraftfahrzeugfahrer ein Risiko dar, das er bei seiner Fahrweise zu berücksichtigen hat.

Aus diesem Grunde kann bei der Haftungsverteilung aufgrund eines durch ein Ausweichmanövers resultierenden Unfalls nicht damit argumentiert werden, dass das Ereignis für den Unfallverursacher unabwendbar war.

Bei konkreter Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer und der Möglichkeit, durch das Ausweichen einen Unfall mit anderen Verkehrsteilnehmern zu erleiden ist ein Ausweichmanöver nicht angemessen.

Hier haftet der Unfallverursacher, derjenige der dem Wild ausgewichen ist. Hier besteht für den betroffenen Fahrzeugfahrer nur die Möglichkeit, frontal auf das Wild zuzufahren, das Lenkrad gut festzuhalten und eine Vollbremsung durchzuführen.

Eine Ausweichbewegung ist hier nur dann erlaubt, wenn diese mit Sicherheit gafahrlos vollzogen werden kann

Andernfalls ist eine Frontalkollison in Kauf zu nehmen(LG Freiburg-8 O 202/09).  

Bremst ein Kraftfahrzeugfahrer für ein Kleintier wie z. B. ein Eichhörnchen und vollzieht eine Vollbremsung, um das Tier nicht zu überfahren, und fährt dadurch der Hintermann  auf das bremsende Fahrzeug auf, haftet hier der bremsende Fahrer zu 25  %.

Dies stellt eine Ausnahmeregelung dazu dar, dass grundsätzlich der auffahrende Fahrzeugführer zu 100 % haftbar ist.

Hier wird angeführt, dass es dem auffahrenden Fahrer nicht möglich ist zu erkennen, warum der vor ihm fahrende Fahrzeugfahrer plötzlich eine Vollbremsung durchführt (AG Münchenb 13 C 4238/05).

 

Eintrag vom: 24.01.2012

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