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Verweisung an eine nichtmarkengebundene Werkstatt bei fiktiver Reparaturkostenabrechnung

Bei einem Unfall und Abrechnung des Unfallschadens aufgrund fiktiver Schadensabrechnung sind dem Geschädigten grundsätzlich die Reparaturkosten zu ersetzen, die bei einer gedachten Reparatur des Fahrzeuges in einer markengebundenen Fachwerkstatt entstanden wären.

Hier kann grundsätzlich erst mal auf die von einem Sachverständigen ermittelten Reparaturkosten unter Zugrundelegung der üblichen Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstatt ausgegangen werden (BGH NJW 2003, 2086).

Allerdings ergibt sich aus § 249 II BGB, dass der Geschädigte bei einer fiktiven Abrechnung auch auf eine kostengünstigere Reparaturwerkstatt verwiesen werden kannn, wenn dies zumutbar ist.

Die Bewertung der Zumutbarkeit beruht auf dem Alter des Fahrzeuges sowie dem bisherigen Reparaturverhalten des Geschädigten (BGH NJW 2010, 606f.).

Ist das Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt erst 3 Jahre alt, ist die Verweisung auf eine günstigere Werkstatt grundsätzlich unzumutbar.

Bei älteren Fahrzeugen ist konkret darauf abzustellen, ob der Geschädigte das Fahrzeug in der Vergangenheit immer in einer markengebundenen Fachwerkstatt reparieren und inspizieren ließ.

Hier bedarf es konkreter Nachweise. Ist dem so wird es auch als unzumutbar angesehen, den Geschädigten auf eine nichtmarkengebundene Werkstatt zu verweisen.

Weitere Kriterien für diese Beurteilung stellt die Art Beschädigungen am Fahrzeug dar, ob es sich dabei nur um Bagatellschäden oder um gravierende Beschädigungen handelt. Ebenso findet hier  die Laufleistung des Fahrzeuges Berücksichtigung. Bei einer Laufleistung von unter 50.000 km wird hier von Unzumutbarkeit ausgegangen (AG Kirchhain,-7C 166/11).

Eintrag vom: 24.01.2012

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